Eine Hausstaubmilbenallergie zeigt sich oft schleichend und wird über lange Zeit nicht erkannt. Viele Betroffene halten die Beschwerden für eine hartnäckige Erkältung oder eine vorübergehende Reizung. Wer die typischen Symptome jedoch kennt, kann frühzeitig handeln und so verhindern, dass sich aus einer milden Sensibilisierung eine schwerere allergische Erkrankung entwickelt.
Die typischen Symptome im Überblick
Die Hausstaubmilbenallergie zählt zu den ganzjährig auftretenden Allergien. Da der Auslöser im Bett, in Polstermöbeln und in Teppichen lebt, sind die Beschwerden besonders in den eigenen vier Wänden spürbar.
Beschwerden der oberen Atemwege
Im Vordergrund stehen Reaktionen der Schleimhäute in Nase und Augen. Häufig berichten Betroffene über folgende Symptome:
- Häufiges Niesen, oft in Salven von fünf bis zehn Niesattacken
- Verstopfte oder fließende Nase, vor allem morgens nach dem Aufstehen
- Jucken in Nase, Gaumen und Rachen
- Tränende, gerötete oder juckende Augen
- Lichtempfindlichkeit und Druckgefühl hinter den Augen
- Reduzierter Geruchssinn
Beschwerden der unteren Atemwege
Bleibt die Allergie über Jahre unbehandelt, können auch tiefere Atemwege betroffen sein. Mediziner sprechen dann vom sogenannten Etagenwechsel. Anzeichen sind:
- Trockener Reizhusten, häufig in der Nacht oder am Morgen
- Pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
- Engegefühl in der Brust
- Atemnot bei körperlicher Belastung
Diese Symptome deuten auf eine beginnende oder bestehende allergische Asthmaerkrankung hin und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Begleitende und unspezifische Beschwerden
Eine ständige Belastung der Atemwege durch Allergene wirkt sich auch auf das allgemeine Befinden aus. Viele Betroffene berichten über:
- Müdigkeit und Erschöpfung trotz ausreichender Schlafzeit
- Konzentrationsstörungen am Arbeitsplatz oder in der Schule
- Gereizte Haut, vor allem an Hals und Dekolleté
- Vermehrte Infektanfälligkeit der Atemwege
- Kopfschmerzen durch verstopfte Nasennebenhöhlen
Wann sind die Beschwerden besonders stark?
Hausstaubmilbenallergiker zeigen ein typisches zeitliches Muster ihrer Beschwerden. Wer dieses Muster bei sich erkennt, hat einen wichtigen Hinweis auf die Diagnose.
Nachts und am Morgen
Da die höchste Allergenkonzentration im Bett auftritt, sind die Symptome häufig nachts und unmittelbar nach dem Aufwachen am stärksten. Viele Betroffene wachen mit einer komplett verstopften Nase, einem Niesreiz und juckenden Augen auf. Diese Beschwerden bessern sich oft im Laufe des Vormittags.
In der Heizperiode
Im Herbst und Winter verschärft sich die Symptomatik bei vielen Allergikern deutlich. Die trockene Heizungsluft reizt zusätzlich die Schleimhäute, gleichzeitig sammeln sich abgestorbene Milben in den Textilien. Beim erneuten Erwärmen der Räume werden ihre Allergene besonders intensiv freigesetzt.
Beim Bettenmachen und Staubsaugen
Aktivitäten, die feinen Staub aufwirbeln, lösen typischerweise Niesattacken oder Atembeschwerden aus. Auch das Wechseln der Bettwäsche oder das Ausschütteln eines Kissens kann eine deutliche Reaktion provozieren.
Unterschied zur Erkältung
Eine Hausstaubmilbenallergie wird häufig mit einer Erkältung verwechselt. Auf den ersten Blick ähneln sich die Symptome, doch es gibt klare Unterscheidungsmerkmale: Eine Erkältung dauert in der Regel sieben bis zehn Tage, während sich allergische Beschwerden über Wochen oder Monate hinziehen. Erkältungen gehen zudem oft mit Fieber und gelblich-grünem Nasensekret einher, während Allergiker klares, wässriges Sekret produzieren. Eine ausführliche Gegenüberstellung mit Vergleichstabelle findest du im Artikel Hausstauballergie oder Erkältung? Unterschiede einfach erklärt.
Selbsttest oder Arztbesuch?
Online-Selbsttests können erste Hinweise liefern, ersetzen aber niemals eine medizinische Diagnose. Wer den Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie hat, sollte folgende Fragen ehrlich beantworten:
- Treten die Beschwerden ganzjährig auf?
- Sind die Symptome morgens nach dem Aufwachen am stärksten?
- Bessern sich die Beschwerden im Urlaub, besonders am Meer oder im Hochgebirge?
- Verschlimmern sich die Symptome beim Bettenmachen oder Staubsaugen?
- Hatten Eltern oder Geschwister bereits allergische Erkrankungen?
Werden mehrere dieser Fragen mit ja beantwortet, ist ein Termin beim Arzt sinnvoll.
Der Pricktest erklärt
Der Pricktest ist das Standardverfahren zur Diagnose einer Hausstaubmilbenallergie. Er ist schnell, kostengünstig und für die meisten Patienten gut verträglich.
Beim Pricktest werden auf der Innenseite des Unterarms verschiedene Allergenlösungen aufgetragen, darunter auch Extrakte der beiden häufigsten Hausstaubmilbenarten. Anschließend wird die Haut mit einer feinen Lanzette leicht angeritzt, sodass die Lösung in oberflächliche Hautschichten eindringen kann. Nach 15 bis 20 Minuten wird das Ergebnis abgelesen.
Bildet sich an der Teststelle eine Quaddel mit einem Durchmesser von mindestens drei Millimetern, gilt der Test als positiv. Wichtig ist allerdings die Einordnung durch den Arzt: Ein positiver Pricktest bedeutet zunächst nur eine Sensibilisierung. Erst wenn auch entsprechende Beschwerden vorliegen, spricht man von einer klinisch relevanten Allergie.
Weitere Diagnoseverfahren
Reicht der Pricktest nicht aus, kommen weitere Tests zum Einsatz. Beim Bluttest wird im Labor die Konzentration spezifischer IgE-Antikörper bestimmt. Bei unklaren Befunden kann ein nasaler Provokationstest klären, ob das Allergen tatsächlich Beschwerden auslöst. Moderne Komponentendiagnostik erlaubt zudem die Identifikation der genau auslösenden Eiweiße, was Hinweise für die spätere Therapie liefern kann.
Was tun bei eindeutigen Symptomen?
Bestätigt sich der Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie, sollten zwei Strategien parallel verfolgt werden: die Reduktion der Allergenbelastung im Wohnumfeld und gegebenenfalls eine medikamentöse oder ursächliche Therapie. Welche Maßnahmen am wirksamsten sind und welche Behandlungsoptionen die Medizin bietet, erfährst du im Artikel Milbenallergie Behandlung: Von Hausmittel bis Hyposensibilisierung.